CDU Zeller Land

Gemeinsam. Heimat. Gestalten.



Auf diesen Seiten finden Sie Informationen der CDU in der Verbandsgemeinde Zell. 


CDU, gut für die Menschen im Hunsrück und an der Mosel.


Krankenhaus Zell:

Schreiben von MdL Anke Beilstein an die Landesregierung 

Krankenhaus Zell: 

Schreiben von MdL Anke Beilstein an Gesundheitsminsterin Sabine Bätzing-Lichtenthäler:

Frau Staatsministerin
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie
Bauhofstr. 9
55116 Mainz

Klinikum Mittelmosel Zell

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Bätzing-Lichtenthäler,

die Situation des vom Insolvenzverfahrens betroffenen Klinikums Mittelmosel in Zell ist in meinen Augen mehr als brisant und hat sich in den vergangenen Wochen in einem Maße verschärft, dass ich in großer Sorge bin.
Im Gespräch am 1. Februar 2019 in Koblenz hatten Sie deutlich gemacht, dass auch Sie ein Interesse daran haben, dass keiner der betroffenen Standorte geschlossen wird und die stationäre Grund- und Regelversorgung sichergestellt werden soll.
Bis Ende März sollte ein Zukunftskonzept erarbeitet werden. Mitte März wurde die Geschäftsführung neugeordnet. Bei einem weiteren Treffen der ViaSalus GmbH, der Kassen sowie dem Gesundheitsministerium in Mainz am 25. März 2019 haben Kostenträger und Ihr Ministerium zugesagt, für die Sicherung des Gesundheitsstandortes Zell alle rechtlichen Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung auszuschöpfen. Mitte April haben die Mitarbeiter des Krankenhauses Zell aus der Presse erfahren, dass 26 Mitarbeiter (17,6 Vollzeitkräfte) entlassen werden sollen ohne nähere Kenntnisse über das zuvor angekündigte Zukunftskonzept.
Jüngst hat sich die Lage insbesondere durch die Entlassung eines Facharztes weiter verschärft. So wurde Herrn Prof. Dr. Reffelmann gekündigt. Dadurch ist das Herzkatheterlabor nicht mehr 24 h besetzt und einsatzbereit. Dies hat zur Folge, dass gerade in Notfällen andere Krankenhäuser angefahren werden müssen – mit beträchtlichen Konsequenzen. Die Fahrzeiten gestalten sich inklusive Patientenübergabe regelmäßig dreimal so lang, da die Patienten nach Koblenz, Trier oder Wittlich transportiert werden müssen. Tagsüber werden die einsatzfähigen Fahrzeuge damit deutlich knapper. Nachts hingegen ist zeitweise schlichtweg kein Rettungswagen mehr da! Denn es ist ohnehin nur ein RTW verfügbar, der in einem oben geschilderten Einsatzfall dann rund 3 Stunden nicht mehr verfügbar ist.
Auch in anderen Krankenfällen werden aufgrund der insgesamt dünner werdenden Kapazitäten an ärztlichem und pflegerischem Personal insbesondere nachts bereits im Regelfall andere Krankenhäuser – insbesondere Koblenz und Wittlich - angefahren. Zunehmend häufiger kommt aber von dort das Signal, dass man ausgelastet sei.
Insgesamt ist damit eine Situation entstanden, die nicht nur unbefriedigend ist, sondern alarmierend! Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass die hiesige Bevölkerung einer latenten Gefahr mangelnder Grundversorgung oder nicht rechtzeitiger Versorgung im Notfall ausgesetzt ist und sehe ein dringendes Handlungserfordernis.
Im Krankenhausbedarfsplan 2019 – 2025 hat das Land aktuell 159 Betten für Zell als Bedarf hinterlegt. Insofern sehe ich das Land auch in der Pflicht, sich einzubringen und alles zu tun, um die Versorgung dieses Bedarfs sicherzustellen. Die Menschen, die in der betroffenen Region wohnen, leben und auch hier erkranken können, wollen wissen, dass ihre medizinische stationäre Versorgung nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität gewährleistet ist. Der Landkreis Cochem-Zell ist ländliche Region und Flächenlandkreis. Deshalb ist es auch keine Lösung, einfach auf umliegende Angebote zu verweisen, da die entsprechenden Wegstrecken und Zeiten schlichtweg unzumutbar sind und zu weiteren Engpässen führen. Wir brauchen ein stationäres Angebot in Zell!
E-Mail: Anke.Beilstein@cdu.landtag.rlp.de – www.anke-beilstein.de
In Anbetracht der geschilderten Entwicklung und des festgestellten Bedarfs kann ich leider keinerlei Einsatz durch die Gesundheitsministerin oder ihr Ministerium erkennen, der die Sicherstellung dieses Ziels anstrebt. Derzeit entsteht vielmehr der Eindruck, dass durch passives Zuwarten ein Aushöhlungsprozess von innen stattfinden soll und hingenommen wird, der dann in naher Zukunft zur unausweichlichen Schließung führen würde. Zudem vermisse ich eine der Bedeutung der Situation angemessene Kommunikation.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Beilstein, MdL